Texte und Töne im Turm Juli 2014: Autorenlesung mit Ellen Thiemann

Veröffentlicht am 4. April 2014

Texte und Töne im Turm
FDA/NRW; Kleine Bücherwelt; Heimat- & Burgverein zu Essen-Burgaltendorf
Turm der Burgruine zu 45289 Essen-Burgaltendorf, Burgstraße
Sonntag, 27. Juli 2014, 17:00 Uhr; Eintritt: 5,– Euro

Ein Zeitdokument, das unter die Haut geht:
Autorenlesung mit Ellen Thiemann
Ihr Verbrechen war, dass sie in den Westen wollte,
ihre Strafe, dreieinhalb Jahre im berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck

Organisation und Moderation: Marianne Kuhlmann

Pressemitteilung:

Es ist nicht vorbei!
Ihr »Verbrechen« war, dass sie in den Westen wollte.

Ende Dezember 1972 misslang das geplante Fluchtvorhaben.

Ellen Thiemann erhielt am 22. Mai 1973 in einem Willkürurteil 3,5 Jahre Zuchthaus.

In Stasi-U-Haft in Berlin-Hohenschönhausen war sie Folter mit Schlafentzug, Isolation, bewusstseinsverändernden Drogen und brutalen Bedrohungen ausgesetzt, weil sie ihren Mann deckte. Dadurch blieb er frei und der 11-jährige Sohn musste nicht ins Kinderheim.

Im berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg im Erzgebirge schuftete Ellen Thiemann fast zwei Jahre in Doppelzwangsarbeit, zusammengepfercht in einer Zelle mit 42 Frauen in Dreistockbetten.

Nach ihrer Entlassung Ende Mai 1975 in die DDR stand sie vor den Scherben ihrer Ehe: Ihr Mann hatte sich eine Geliebte ins Haus genommen und arbeitete neben seinem Job als Sportredakteur unter dem Spitzelnamen »Mathias« für die Stasi.

Nach der Scheidung im Juli 1975 folgte ein halbes Jahr später die Ausreise von Ellen Thiemann und ihrem Sohn nach Köln.

Als Redakteurin begann sie in einem Kölner Zeitschriftenverlag, wechselte nach rund drei Jahren zum EXPRESS, wo sie später als erste weibliche Ressortleiterin Karriere machte. Außerdem schrieb sie für zahlreiche überregionale Tageszeitungen Exklusiv-Reportagen, Sonderausgaben, Serien (KSTA, BAMS, BILD etc. sowie Zeitschriften in Deutschland und einem Schweizer Life-Style-Magazin).

Durch ihre Enthüllungsbücher beim Herbig Verlag München Stell dich mit den Schergen gut (1984, 1990, 2010), Der Feind an meiner Seite (2005), Wo sind die Toten von Hoheneck? (2013) und weitere als Mitautorin bei anderen Herausgebern ist sie bezüglich der Aufarbeitung von DDR-Unrecht und den Grausamkeiten des Strafvollzuges keine Unbekannte. Aber natürlich auch ein Dorn im Auge alter Seilschaften, die heute noch aktiv sind.

Ellen Thiemann berichtet über ihr erschütterndes Schicksal, das unter die Haut geht!

Aushangplakat zur Lesung (zum Download)

Lesen Sie auch dazu:

»Hoheneck: Gericht verbietet Buch-Auslieferung«

Exclusiv-Interview anl. der Leipziger Buchmesse mit Brigitte Fleissner-Mikorey und Ellen Thiemann

(Quellen: Vereinigung 17. Juni 1953 e. V.)

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