Humanität im SinnesWald: Zwischen Skulpturen, Stimmen und dem Gedanken der Humanität
7. Juni 2026. Wie schon im vergangenen Jahr waren wir zu Gast im Leichlinger Skulpturenpark SinnesWald, wo erneut der Literarische Spaziergang stattfand. Wicze Braun und Wolfgang Brudes leiten ihn seit vielen Jahren und ermöglichen dort auch Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen eigene Veranstaltungen.
Es war 14 Uhr. Ich war frühzeitig mit dem Sänger, Instrumentalisten und Kulturorganisator Gholamreza Amani aus Solingen eingetroffen, um ihm den Ort zu zeigen. Mit Interesse betrachtete er jene besondere Verbindung, die den SinnesWald prägt: Kunst und gepflegte Natur, die alte Spinnerei mit ihrem großen Aufenthaltsraum, der Murbach, der ebenerdig durch das Areal fließt, ein idyllischer Teich mit Rundweg sowie die Anhöhe mit dichter Bewaldung und sehr vielen Skulpturen.
Dieses Mal begann der Literarische Spaziergang kurz nach 15 Uhr auf der Großen Wiese, dem »Wiesen-Schauplatz«. Das Wetter versprach angenehm zu bleiben. Da der Große Steinbruch des Leichlinger SinnesWaldes aus Sicherheitsgründen gesperrt war, trafen sich Mitwirkende und eine ansehnliche Zahl von Gästen auf der Wiese zwischen den Skulpturen, in deren Mitte sich eine Feuerstelle befindet. Hier nahm dann die ruhige Darbietung literarischer Beiträge geladener Autorinnen und Autoren aus Nordrhein-Westfalen ihren Anfang, die sich auf kreative Weise mit dem Thema Humanität auseinandergesetzt hatten. Humanismus und Humanität – zwei bedeutende Themen unserer Zeit.
Ich begrüßte die Anwesenden und trug meine kurze Sammlung von Thesen zum Thema Humanität vor. Dann las die Solinger Kulturjournalistin und Autorin Martina Hörle (FDA NRW, Solinger Autorenrunde und Freunde) ihre Texte, die bereits vielfach bei Literarischen Wandertagen und Spaziergängen in Solingen und anderen Städten mitgewirkt hatte. Wie gewohnt gelang ihr dies sehr souverän. Einige Gäste hatten auf den Bänken Platz genommen, die rings um die Feuerstelle standen. Gholamreza Amani, der kulturell vielseitige und für die Integration von Migrantinnen und Migranten engagierte Vorsitzende des Persisch-Deutschen Kulturaustausch- und Sportvereins, sang mit großer Hingabe einen von ihm ins Deutsche übertragenen Liedtext, in dem die Freundschaft zwischen den Völkern und die Humanität thematisiert wurde.
Anschließend verließen wir die Große Wiese und spazierten auf der Straße zum Eingang des »Wald-Schauplatzes«, wo ich weitere Gedanken zum Zusammenhang von Humanismus und Humanität vortrug. Diese waren eher theoretisch formuliert. Dabei ging es mir vor allem um eine klare Vermittlung der Inhalte und weniger um Unterhaltung.
Bei schönstem Wetter spazierten wir weiter in den SinnesWald hinein. Die Gastautorin Astrid Baudach aus Solingen, die ich erst wenige Monate zuvor kennengelernt und in Armin Tofahrns »Philosophenhütte« spontan zum Literarischen Spaziergang eingeladen hatte, las am Teich ihren Text vor. Ihre »Praxis für ganzheitliche Energiearbeit« befindet sich in Solingen-Ohligs.
Leider war die Düsseldorfer Autorin und Kulturorganisatorin Petra Lötschert (FDA NRW, Freundeskreis Düsseldorfer Buch und Rhein-Autoren) nicht gekommen, weil ihr der Öffentliche Nahverkehr – ein Ärgernis unserer Zeit, das viele Bürger betrifft – einen Streich gespielt hatte. Deshalb ging es zügig zum Kleinen Steinbruch hinauf, vorbei am idyllischen Teich, wo schließlich Nini Schlicht von der Solinger Autorenrunde und Freunde und Armin Tofahrn (FDA NRW) eine interessante und intellektuell bereichernde Doppel-Lesung durchführten. Im Hintergrund auf der steilen Felswand prangte das große, bunte Banner mit dem Aufdruck HUMANITÄT. Armin Tofahrn und Nini Schlicht haben sich in besonderer Weise dem spirituellen Denken und Fühlen verschrieben, was in ihren gelesenen Texten deutlich zur Geltung kam. In Tofahrns »Philosophenhütte« finden immer wieder Veranstaltungen statt, in denen Spiritualität und Philosophie gewürdigt werden. Einen besonderen musikalischen Beitrag leistete an diesem Ort Gholamreza Amani. Er berichtete davon, wie er aus seiner iranischen Muttersprache den deutschen Liedtext kreierte, den er sang und zur Begleitung auf der runden Rahmentrommel mit Schellenkranz (pers. daf) trommelte.
Der weitere Weg führte die Gruppe der Gäste und Mitwirkenden, an diesem Nachmittag stets zwischen zwanzig bis fünfundzwanzig Personen, in Richtung der Spinnerei und zu einer großen Wiesenfläche mit Skulpturenkunst, auf der mehrere Schafe frei herumliefen. Die Mettmanner Künstlerin und Autorin Maria Stalder (FDA NRW, Freundeskreis Düsseldorfer Buch) trug aus ihrem neuen Buch Kaleidoskop des Alltäglichen Prosa zum Thema Humanität vor, das im Jahr 2026 erschienen ist. Ihre Beiträge wurden mit großem Applaus bedacht.
Schön war auch, dass allesamt das Event im großen Aufenthaltsraum in der Spinnerei ausklingen ließen, wo die Betreiberin des SinnesWaldes, Frau Braun, ein Catering organisiert hatte.
Photos (zum Vergrößern klicken)
- Astrid Baudach
- Gholamreza Amani und Martina Hörle
- Gholamreza Amani
- Nini Schlicht und Armin Tofahrn
- Mitwirkende und Gäste
- Maria Stalder
- Kay Ganahl
Photos © Kay Ganahl 2026
Photo Kay Ganahl © Frauke Ganahl, 2026










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